Grundlagenforschung

Fahndung nach Krankheitsursachen

Nervenzellen – auch Neurone genannt – sind darauf ausgelegt, sich zu vernetzen und Signale auszutauschen. Doch infolge von Neurodegeneration gerät diese Kommunikation ins Stocken. Außerdem wird die Funktion der Neurone gestört, sie können sogar absterben. Die Ursachen dafür sind wenig verstanden. Deshalb erforscht das DZNE, wie sich Nervenzellen verständigen und wodurch sie geschädigt werden. Dabei geht es auch darum, Ansatzpunkte für die Entwicklung neuer Medikamente zu finden.

Das DZNE geht zudem der Frage nach, warum mit dem Altern das Krankheitsrisiko steigt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen die Rolle von Entzündungen für die Neurodegeneration und inwiefern genetische Merkmale und Vorgänge das Krankheitsrisiko beeinflussen. Außerdem wird das Zusammenspiel von Nervenzellen innerhalb großer Netzwerke untersucht. Denn darauf beruhen das Gedächtnis und andere kognitive Prozesse wie die räumliche Orientierung. Des Weiteren widmet sich das DZNE den Mechanismen der Neuroplastizität: Diese ermöglichen es dem Gehirn, sich ein Leben lang zu verändern und Schäden in gewissem Maße auszugleichen.

Im Fokus stehen überdies Proteine. Diese Moleküle sind Bausteine der Zellen und spielen eine wichtige Rolle für zahlreiche Körperfunktionen. Doch bei vielen neurodegenerativen Erkrankungen kommt es zu einer Fehlfunktion: Manche Proteine ändern ihre normale Gestalt und lagern sich zusammen. Die mikroskopisch kleinen Klumpen, die dabei entstehen, scheinen Nervenzellen zu schädigen. Im DZNE erforscht man die Ursachen dieser Ablagerungen, ihre Wirkung und wie man sie verhindern kann.